Wiedertreffen in Göreme
· Stephan
Am Montagabend kamen nun als erstes Annabel und Alex, die beiden schon bekannten Brittinnen aus dem Mavi-Guesthouse in Istanbul, an. Ich hatte zwar schon erfahren, das sie auch nach Kappadokien kommen wollten, aber das sie dann wieder in der selben Pension wie ich absteigen war dann doch eine Überraschung. Zum Abend hin trafen, wie auch schon durch eine Email vorangekündigt, nun auch die Fahrradfahrer Barni und Rainer in Begleitung ihrer Kumpels Michi und Markus ein. Markus war ohne Fahrrad angereist und würde auch von hier aus am Donnerstag wieder nach Hause fliegen und Michi wird Barni auf seinem Weg nach Damaskus begleiten. Rainer bleibt noch ca. eine Woche dabei und muss dann auch wieder nach Hause. Es war natürlich ein großes „Hallo“ und somit wurde der Abend dann auch wieder ein bisschen länger und so eine oder anderes Fläschen Efes - türkisches Pils - wurde geleert.
Der Dienstag wurde nun für eine ausgiebige Wanderung genutzt und Abend charterten wir einen Minibus, welcher uns zu einer Thermalquelle zum Baden brachte. Unterwegs besorgten wir uns noch ein paar Getränke und Knabbersachen. Als besonderes Schmankerl für den Abend konnte ich eine weiße Milka ergattern. Außer uns waren dort nur 2 türkische Jugendliche. Einer der beiden nutze doch glatt die Gelegenheit des trüben Wassers um Alex zu betatschen. Schlagfertig wie sie ist, fragte sie ihn, ob er denke, das es eine gute Idee sei, ein Mädel zu betatschen, welches mit 5 biertrinkenden Deutschen angereist sei. Danach hatten wir das Thermalbad für uns!
Natürlich wurde auch der Abschied von Markus ausgiebigst im lokalen Szeneclub „Fat Boy“ gefeiert.
Am Freitag Morgen zog es mich nun, wie auch die Bayern, weiter. Die Jungs brachen auf Richtung Süden, mich zog es weiter in den Osten. Obwohl ich die Mädels auf jeden Fall und die Jungs mit hoher Wahrscheinlichkeit in Damskus schon wieder sehen werde, dauerte der Abschied doch etwas länger. Gegen 11.00 Uhr sind wir dann doch endlich aufgebrochen.
In der Stadt Devili wollte ich nur mal kurz anhalten um ein bisschen die Vorräte aufzustocken. Doch dazu kam es erst gar nicht, da ich sofort zum Tee eingeladen wurde. Und auch bei dem einem blieb es nicht, so das ich nach vieren und vielem gemeinsamen Karten studieren aufbrach, ohne dran zu denken, das ich eigentlich einkaufen wollte. Am Nachmittag traf ich dann den ersten Motorradreisenden auf meiner Reise. Schon von weitem haben wir uns gegenseitig kommen sehen und natürlich angehalten. Alexander ist auf dem Weg von Dubai zum Bodensee. Es ist mehr eine Überführungsfahrt als eine normale Reise. Seine Maschine, eine MZ, stand noch in Dubai und er bringt sie nun in sportlichen 3 Wochen nach Hause. Lange blieb ihm leider nicht Zeit. Wir tauschten kurz die Daten aus, schauten uns die Maschinen an, machten ein paar Fotos und schon brauste er weiter. Aber immerhin habe ich jetzt auch mal einen anderen „Verrückten“ getroffen. Abends war nach längerem nun doch einmal wieder wild campen angesagt. Diesmal blieb ich auch die ganze Nacht ungestört und konnte morgen ausgeruht weiterreisen. Das Wasser für die Morgenwäsche im Bach war allerdings schon arg kalt ;-)
Als Gott, wie auch immer er in den verschiedenen Religionen heißen mag, die Türkei geschaffen hat, bildete ehr hohe Gebirge und weite Ebenen. Die Mittelgebirge schein er vergessen zu haben. Dafür gab er den Türken die Fähigkeit des Strommastenbaus. Und das tun sie. Immer und überall. Es ist nahezu unmöglich ein Fotos zu schießen auf dem keiner dieser Masten oder eine Überlandleitung zu sehen ist.
Bei meinem ersten Tankstopp heute morgen, habe ich dann auch direkt die Flasche für den Kocher aufgefüllt. Und natürlich stehen lassen. Dies viel mir aber erst 10 Kilometer später auf, als ich in einer Stadt einkaufen wollte, und natürlich wieder zum Tee eingeladen wurde. Also das Gemüse gekauft und wieder schnellst möglich zurück. Ihlan und Ismail hatten die Flasche natürlich gefunden und lachten mir schon entgegen als ich wieder auf ihren Tankstellenhof gebraust kam. Sie fragten sich natürlich wofür dieser kleine „Reservekanister“ taugen solle. Mit Händen und Füßen erklärte ich Ihnen das ich das zum Kochen benötige. Noch schnell die Kontaktdaten austauschen und dann, richtig, gibt es erst einmal einen Tee!
Die restliche Fahrt verlief dann ehr ruhig und nun sitze ich einige hundert Meter unter dem Gipfel des Berg Nemrut. Eben diesen möchte ich dann vor dem Sonnenaufgang erklimmen um die riesigen, steinernen Götterköpfe im ersten Licht des Tages zu bestaunen und fotografieren.
Wie immer auch neue Fotos und eine aktualisierung der Route.