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Mülheim > Kairo > Kapstadt Helge und Stephan

Bilder

Verloren in Syrien und eine andere Welt im Libanon

· Stephan

Nun ist es schon wieder 10 Tage her, das ich es das letzte mal geschafft habe ins Tagebuch zu schreiben. Die Internetverbindung werden langsam seltener und vor allem viel langsamer!
Ich habe 3 Naechte in Aleppo verbracht um diese faszinierende Stadt zu erkunden. Ganz besonder angenehm ist mir der Besuch eine alten Hamams im alten Bazar der Stadt in Erinnerung geblieben. Da ich dieses erste gegen 21:00 Uhr besuchte waren dort keine weiteren Touristen und auch nur relativ wenige Einheimische. Somit war es sehr angenehm ruhig und ich habe fast 3 Stunden in dieser typischen Badeanstalt verbracht. Nach dem vielen Regen der letzten Tage wurde es mir da endlich mal wieder richtig warm.
Kurz vor meiner Abreise in Aleppo habe ich dann noch einen Schweizer getroffen, welcher mit seiner AfricanTwin auf dem Heimweg von Kapstadt aus ist. Wir haben dann die Reisefuehrer getauscht, so dass er nun mit meinem LonelyPlanet fuer die Tuerkei und ich mit seinem fuer den mittleren Osten weiterfaehrt. Zum Abschied von Aleppo habe ich dann noch eine Ehrenrunde durch die Altstadt gedreht und bin an allen Absperungen vorbei auf den Vorplatz der Zitadelle gefahren. Wollte noch schnell ein Foto schiessen. Innerhalb kuerzester  Zeit fanden sich um mich herum aber eine Menge von Touristen und Einheimischen ein, welche alle sehen wollten welcher komische Type da mit seinem Motorrad vor dem Wahrzeichen der Stadt posiert. Keine Ahnung auf wie vielen Fotos ich jetzt bin.
Das naechste Ziel sollte die Stadt Dair az-Zaur im Osten Syriens sein. Doch auf der haelfte der Strecke zog am Horizont im Osten eine Sandsturm auf, so das ich mein Tagesziel nach Palmyra verlagerte. Meine Karte zeigte fuer diese Strecke eine groessere Strasse an. Keine Ahnung woher die Druckerei diese Informationen hatte, die Strasse war so wie eingezeichnet auf jeden Fall nicht zu finden. Bin dann ueber viele kleine Strassen im Zick-Zack-Kurs Richtung Sueden gefahren. So richtig eine Ahnung wo man dann ist, hat man dann aber nicht. Auch wenn man einen Einheimischen fragt, kann man immer nur die Richtung erfahren. Kilometerangaben gibt es entweder erst gar nicht oder so stimmen so wie so nicht. Unterwegs habe ich dann noch ein Ehepaar aus Frankreich aufgegabelt, welcher sich mit ihrem Mietwagen genauso wie ich total verfahren hatten. Da ich ein GPS habe, folgten sie mir auf den naechsten 60 Kilometern bis wir endlich wieder eine groessere Strasse fanden. Mit dem letzten Tropfen Benzin sind sie dann auf einen Tankstellenhof gefahren. Puenktlich zum Einbruch der Dunkelheit bin ich dann in Palmyra angekommen.
Morgens ging es dann zum Sonnenaufgang in die alten Ruinen. Sicherlich sehr schoen, aber ich habe wohl in den letzten Wochen zu viele alte Steine gesehen, so dass es mich nicht lange in Palmyra gehalten hat. Mein naechstes Ziel sollte Hama sein. Dafuer aber wieder erst einmal 150 Kilometer schnurgerade Richtung Westen durch die Wueste. Unterwegs hattem sich am Wegesrand eine Wassertankwagen vom Militaer festgefahren. Der arme Fahrer, welcher alleine unterwegs wahr, buddelte wohl schon laenger. Gemeinsam haben wir dann weitergemacht und Steine zum unterlegen gesammelt. Beim weiteren Graben hat er sich dann noch einen Finger an einem scharfen Stein aufgeschnitten. Somit durfte ich dannn das erste mal meine Reiseapotheke unten aus den Koffern herauskrahmen.
Am Nachmittag haben ich mir dann zusammen mit einem Amerikaner und einem candadischem Paar die riesigen alten Wasserraeder in Hama angeschaut. Viel mehr gibt es dort aber auch nicht zu sehen. Die anderen wollten am naechsten Morgen mit dem Bus zu der alten Kreuzritterburg Krak des Chevaliers. Super, das sollte auch mein Ziel sein. Kann ich ja einfach dem Bus folgen. Der sollte um die Ecke abfahren. Also schnell um die Ecke rumfahren, aber kein Bus mehr da. Die Richtige Ortsausfahrt habe ich auch nicht finden koennen. Also einfach frei Schnauze Richtung Sued-Westen. Irgendwo in einem Dorf habe ich dann mal nachgefragt. Die waren super hilfsbereit. Der eine sagte “Die naechste Links” und der andere “Die naechste Rechts”. Bin dann einfach geradeaus und das war goldrichtig. Winzige Strassen, steile Berge, mitten durch Militaergebiete und am Ende eine Punktlandung im Oerten am Fuss der Burg. Die Burg selber ist ein riesiger Komplex durch den man stundenlang schlendern kann. Auf dem hoechsten Turm habe ich dann noch Vater Franz von der Schoenstattbewegung getroffen. Werden uns wohl in Burundi wiedertreffen.
Naechstes Ziel: Damaskus!
Per Email hatte ich schon erfahren das die beiden Radfahrer aus Muenchen und die Maedels aus London schon auf mich warten. Da diese schon ein paar Tage in Damaskus waren, stehenaber erst einmal Ausfluege auf dem Programm. Als erste ging es nach Mar Mussa, einem christlichem Kloster mitten in den einsamen Wuestenbergen nord-oestlich von Damaskus. Dieser Ort hat sich seit 2004 zu einer Pilgerstaedte fuer junge Reisende entwickelt. Auf 1700 Metern lebt man in sehr einfacher Weise. Jeder kann solange er will am Klosterleben teilhaben. Die all Abendliche Meditation und anschliessende Messe - in arabisch - ist ein ganz besonderes Erlebnis. Bei der Zubereitung der Mahlzeiten darf dann natuerlich auch jeder mit anfassen. Nach einer sehr ruhigen und angenehmen Nacht, der zubereitung von Fruehstueck und Mittagessen sind wird dann wieder zu einem anderen Kloster aufgebrochen. Ein Taxibus brachte uns bis dort hin. Dummerweise habe ich dann mein GPS in diesem liegen lassen. Waehrend die anderen also das Kloster und die heilige Grotte besichtigt haben, habe ich mich an Telefon gehaengt um heraus zu finden, wie den unser Taxifahrer hies und wo ich den wohl wiederfinden. Einer der Einheimischen hat zum Glueck meine missliche Lage erkannt und fuer mich den Uebersetzer gespielt. Nach vielem Hoffen und Bangen habe ich dann mein GPS am Abend im Busbahnhof von Damaskus wiederbekommen. Es war immer noch an und hatte den ganzen Tag die Wege mitgetraeckt ;-)
Am naechsten Morgen stand fuer mich erst einmal ein Behoerdengang auf dem Programm. Die Jungens und Maedels hatten mich uerberredet, dass ich mit Ihnen zusammen eine Kurztripp in den Libanon mache. Da ich aber das Motorrad im Reisepass habe, wollte ich sichergehen, das ich damit auch keine Probleme bekomme, da es ja schliesslich zusammen mit meinem meisten Gepaeck im Hotel in Damaskus bleiben wuerde. Nachdem ich mehreren verschiedenen Angestellten in dem Buero meine Anliegen vorgetragen hatte war die vorherschende Meinung: “No Problem”
Also, auf zur Grenze! Wieder zu einem Bushahnhof und mit 20 anderen in einen grossen Bus Richtung Beirut. An der Grenze war es dann aber doch ein Problem. Dort hoerte ich immer nur “Not Possible”! Nach vielen hin und her und der Unterstuetzung eines britischen Uebersetzers aus unserem Bus hiess es dann mich muesse mein Anliegen dem General vortragen. Dessen Buero war draussen auf der anderen Seite des Zauns. Ich also zum offen stehenden Tor. Aber da darf keiner durch. Ich muesse die Strasse 100 Meter runterlaufen, da durch die Kontrolle, wieder rauf und dann versuchen in das Buero zu kommen. Ausserdem gab mir unser Busfahrer zu verstehen, dass er in 20 Minuten fahren wuerde. Auch ohne mich!
Nach einigem Fragen habe ich es dann geschafft in ein Buero mit einem wichtig aussehendem Mann zu kommen. Und? Unmoeglich war seine Antwort. Da habe ich dann aber den Kaffee auf gehabt und bin mal ein bisschen lauter geworden. Warum den das “Central Immigration Office” in Damaskus was anderes sagt. Es muesse auf jeden Fall eine Loesung geben. Ergebnis. Weiter ins naechste Buero. Der sah noch wichtiger aus und guckte gerade ein Pferderennen. Undi wieder die ganze Geschichte von vorne. Nachdem ich auch dort dann seinem Uebersetzer gegenueber ein bisschen lauter geworden bin, hiess es ploetzlich dass man fuer mich eine Ausnahme macht. Innerhalb von 5 Minuten brachte mich ein junger Offizier durch die Kontrollen und ich durfte ausreisen.
Nun sind wir schon seit 3 Tagen im Libanon. 1,5 Tage sind wir durch Beirut gestreift. Eine sehr moderne weltoffene Stadt in der es anscheinend viel Geld zu verdienen gibt. Die Strassen sind voll von den teuersten und groessten Autos aus Europa und Amerika. Im Moment sind wir in den libanesischen Bergen unterwegs. Heute wanderten wir den ganzen Tag durch eine atemberaubende Stadt am Fusse des hoechsten Berges dieses Landes. Die Menschen sind sehr freundlich und man kann sich auch mal wieder mit einheimischen Frauen unterhalten, da die Mehrheit hier katholisch ist.
Bilder werde icherst wieder in Damaskus einstellen koennen. Bis dahin beste Gruesse in die Heimat!

1 Zuschrift

Ellen

Hallo Stephan, viele liebe Grüße aus der Heimat (BJS) sendet Dir Ellen. Kannst Dir schon denken, wenn ich schreibe, dass ich etwas von Dir will. Wir haben heute von KRAVAG Versicherungen eine Rechnung für den Hänger E-JX 710 für das Jahr 2010 bekommen. Gibt es den Hänger noch? Du wolltest ihn doch verkaufen. Ich bräuchte dann die Abmeldung für die Versicherung. Viele liebe Grüße und weiterhin Gute Fahrt. Ellen [Geschäftliche Signatur entfernt]