Der wilde Osten der Tuerkei und Einfahrt in den Orient
· Stephan
Da das Wetter und die Temperaturen um den Ararat nicht sehr vielversprechende waren, habe ich am Dienstag mir nur den alten Palast in Dogubayazit angeschaut und mich dann wieder auf den Weg Richtung Sueden gemacht. Diesmal war mein Ziel die Stadt van am Ostufer des Vans-Sees. Leider wurde das Wetter auf dem Weg nach Sueden noch schlechter, so dass ich bei Regen und teilweise Hagel unterwegs war. Dazu kamm natuerlich der obligatorische Wind, wie immer von der Seite.
Van ist eine sehr moderne Stadt. Leider scheint der Strassenbau den Massen an Menschen und Fahrzeugen nicht gewachsen zu sein. Bei Regen verwandeln sich die Strassen und eine wunderbare Schlammschlacht. Wie schon oefter fand ich ein guenstiges Abendessen in einem der mit Neonroehren beleuchteten Garkuechen ind welche man in der Heimat nie reingehen wuerde.
Da ich das Westufer des Van-Sees schon kenne, habe ich mich am Morgen fuer die Route entlang der Tuerkisch-Irakischen-Grenze entschieden. Konnte ja nicht ahnen wie anstrengend das wird. Denn die Fahrt wurde immer wieder von Checkpoints und Cays unterbrochen, was dazu fuehrte, das ich dann doch irgendwann mit meinem Mopped in der Dunkelheit auf nassen Gebirgsstrassen unterwegs war. Am letzten Checkpoint - ca. 40 Kilometer vor Sirnak - habe die Jungs vom Militaer irgendwie erkannt das ich das nicht so lustig finde. Kurzerhand haben sie mich zum Aufwaermen erst einmal in ihr Wachhaeuschen verfrachtet. Als dann ihr Vorgesetzter reinkam, staunte der nicht schlecht. Sitzt da doch ein Zivilist in komischer Kleidung am Ofen. Dann ist noch einer von der Jungs noch mal schnell zur Kantine gelaufen und hat mir ein Abendessen organisiert. So habe ich als ehemaliger Zivildienstleistender dann doch noch einmal aus diesen Blechnapftablett essen duerfen. Und natuerlich gab es auch noch einen grossen Cay. Irgendwann verliessen dann immer mehr von den Jungs das Wachhaeuschen bis nur noch der Dienstahabende am PC, der Vorgesetzte und ich uebrig blieben. Als ich dann aufstand sprang der Vorgesetzte auch sofort auf und ging mit raus. Der bedeutete ehr mir zu warten und bruellte ein paar Saetze in die Nacht. Sofort kam der Soldat der englisch konnte angewetzt und musste dann den Uebersetzer spielen. Der Vorgesetzte liess mich ausrichten das es ihm ein grosses Vergnuegen war mich als Gast empfangen zu haben.
Dann gings wieder weiter. Sind ja nur noch 40 Kilometer. Nach ca. 15 Kilometern sprang auf einmal eine Soldat wirld gestikulierend auf der Strasse rum. Und der konnte sogar englisch. Hatte ich doch glatt meinen Rucksack im Wachhaeuschen vergessen. Per Handy hatten man dann ihn auf die Strasse beordert um mich aufzuhalten. Also nochmal zurueck. Wieder am Wachhaeuschen stand der Rucksack noch genau da, wo ich ihn abgestellt hatte. Niemand hatte es gewagt ihn anzufassen.
Irgendwann kam ich dann doch in Sirnak an und viel totmuede ins Bett. Am naechsten Morgen ging es dann an die Grenze. Hatte ja schon viel von der Prozedere an der syrischen Grenze gehoert. Irgendwie war das dann bei mir aber anders. Nichts da von wegen 3 oder 4 Stunden auf der syrischen Seite. Bei mir hat es 2 Stunden gedauert aus der tuerkei auszureisen. Bei der Einreise in Ipsala hatten die Grenzer doch glatt mein Motorrad nicht in den Reisepass eingetragen. Also kann ich ja auch nicht damit ausreisen. Das hat mir damals wohl einige Euros an Gebuehren erspaart, aber nun konnte das Problem nur von dem hoechsten Beamten geloesst werden. Und da es Freitag war, war dieser natuerlich mal eben zur Moschee. Aber es gab natuerlich wieder jede Menge Cay. Und mit irgendwelchen wilden Textvermerken in meinem Reisepass hat es dann doch noch funktioniert. Ohne Gebuehren!
Die Syrer haben dann nur 1,25 Stunden gebraucht. Die Gebuehren waren die schon vorher bekannten 125 US$. Aber keiner wollte etwas von meinem Carnet de Passage wissen.
Die erste Uebernachtung in Syrien verbrachte ich dann im einzigen Hotel in Al-Hasaka. Wie immer wurde Gastfreundschaft gross geschrieben, was mir Spaghetti zum Abendessen viele Gespraeche mit dem Inhabe und seinen Freunden an der Reception verschaffte. Auch den Computer an der Reception durfte ich benutzen. Der Inhaber schickte extra noch seinen Sohn um eine Guthabenkarte fuer das Prepaidmodem zu kaufen. Das es aber nur ein analoges Modem war, habe ich es dann nur zum Emails pruefen benutzt. Wie verwohnet wir doch durch DSL sind.
Nun bin ich gestern in Aleppo, der groessten syrischen Stadt angekommen und werde hier 3 Naechte verbringen. Aleppo soll mit 12 Kilometern Wegstrecke den groesseten Bazar der Welt haben. Ausserdem gibt es hier unmengen an Moscheen und auch sonst halt die Stadt viel kulturelles zu besichtigen. Erstaunlich ist wie gelassen die Menschen hier in dieser 3 Millionen Einwohner zaehlenden Metropole sind.
Wie immer gibt es auch wieder neue Bilder - nun in einem neuen Fotoalbum fuer Syrien - und eine aktualisierung der Route.