Kurs Ost
· Stephan
Nachdem ich nun lange genug an der Westküste unterwegs war, zieht es mich nun doch endlich Richtung Osten. Die erste Tagesetappe führt mich, wie geplant, nach Pamukkale. Dort kam ich schon Mittags an, so das ich in der Mittagshitze erst noch ein bisschen rumdösen konnte um mich dann gegen 16:00 Uhr auf den Fußweg zu den Kalksteinterrassen machen konnte. Was ich nicht wußte, ist das man diese in direktem Weg nur barfuß erklimmen darf. Das bekommt man dann von einem energischem Polizisten auf halber Höhe per Trillerpfeife mitgeteilt. Man könnte ja auch mal ein Schild aufstellen. Da ich doch ziemlich empfindliche Füße habe, dauerte der Aufstieg nun ein paar Minuten länger und ich hatte meine ersten Blasen auf dieser Reise. Wenn man dann schon mal oben ist, sollte man sich auf auf jeden Fall die alten römischen Ruinen ansehen. Kurz vor Sonnenuntergang schlenderte ich dann wieder zurück zu den Terrassen um noch ein paar Stimmungsfotos zu schießen. Für den Rückweg wählte ich dann dieses Mal die 1 Kilometer längere Straße.
Nach dem typisch türkischen Frühstück - weiches Weißbrot, Schafskäse, Marmelade, Butter, Oliven, Tomaten, Gurkenscheiben, Honigmelone, ein Ei und Tee - folgte nun mal wieder ein reiner Fahrtag der mich Kappadokien etwas näher bringen sollte. Zwischendurch zogen dann ein bisschen Wolken auf - die ersten seit Istanbul. Zur Mittagszeit kam ich am Egidirsee an und wollte mir ein kleines Cafe für einen Tee suchen. Der kleine Ort Egidir liegt auf einer Landzunge die in den See hineinragt. Im vorbeifahren sehen ich ein komisch selbstgebautes Wohnmobil auf dem deutsch Texte stehen. Schnell umgedreht und hingefahren. Siehe da, eine Familie aus der nähe von Frankfurt die auf dem Weg nach Indien ist. Sie sind nun schon 3 Monate unterwegs. Insgesamt etwas langsamer, da die beiden Kinder Louis und Marla an Werktagen Vormittags von ihren Eltern Marion und Patrik unterrichtet werden. Schnell kommt man ins Gespräch und so kommt es das ich Abend mein Zelt neben ihrem Camper aufschlage und wir einen witzigen Abend mit viel Gelächter, Kartenspiel und Raki in ihrem gemütlichen “Wohnzimmer” verbringen. Draußen wird es immer stürmiger und regnet auch öfters feste. Die ganze Nacht über zieht der Wind kräftig an meinem Zelt und es fällt auch der ein oder andere Liter Regen drauf hernieder. Aber das Zelt hält diesen Härtetest bestens aus. Das Frühstück zieht sich morgens etwas in die länge, da wir auf einen trockenen Moment warten um unser Lager abzubauen. Nach einer kleinen Verabschiedungszeremonie trennen sich dann unsere Wege, ich fahre weitere nach Osten, die Familie zieht es in Richtung Süden nach Antalya. Natürlich tauscht man die Kontaktdaten und Marion versorgt mich noch mit rein pflanzlicher Medizin, da ich mir eine kleine Erkältung eingefangen habe.
Den ganzen Tag über bleiben die Wolken und der starke Südwind mein Begleiter. Es fallen aber nur weniger Tropfen und hier und da blinzelt auch die Sonne mal durch. Mittlerweile sind die Straßen, welche auf meiner Karte rot eingezeichnet sind und Hauptverkehrsstraßen sein sollen, nicht mehr 3-spurig, sondern nur noch 1-spurig und der Belag könnte auch an der ein oder anderen Stelle besser sein. Ansonsten sehe ich auf dem Weg nach Konya viel freies und weites Land. Die Mittagspause verbringe ich, fast schon eine feste Gewohnheit, in einem Straßencafe mit einem alten Mann der ein paar brocken Deutsch kann und mir 2 Cay ausgibt.
Die Einfahrt in die Stadt Konya ist da schon was anderes. Man kommt über einen Bergrücken und plötzlich liegt eine Millionenstadt vor einem. Wie aus dem Nichts. Konya ist heute, auch wenn sie eine der größten Ansammlung Konservativer ist, eine überaus moderne Stadt und einer der bedeutensten Industrie- und Universitätsstandorte der Türkei. Somit findet sich auf nach Einbruch der Dunkelheute noch ein sehr reges treiben auf der Straße und die Jugendlichen flanieren über eine der Haupteinkaufsstraßen südlich des Alladin-Hügels. So kommt es, das ich das erste mal auf dieser Reise ein Essen bei McDonalds einnehme. Einen BigMac mit Cola und Pommes. Schmeckt schon irgendwie gut.
Die nächsten Tage werden dann wieder weiter nach Osten führen.
Wie immer gibts natürlich auch neue Bilder und eine aktualisierung der Route.
2 Zuschriften
Die Pöhlis
Hallo Stephan, wir sind begeistert von deinen Erlebnissen und Bildern! Wir hoffen, dass du viele gute Erfahrungen sammelst, die du an uns weiter geben kannst! Scheinbar gibt es noch genügend andere "Verrückte" auf dieser Erde! Wir wünschen dir weiterhin viel Glück und denken oft an dich! Mach' weiter so! Pass' auf dich auf! Chrisi, Basti und Andy
Marion und Patrik Weil
Hallo Stefan, das mit dem komisch selbstgebauten Wohnmobil haben wir überlesen. Wir verfolgen wann immer wir Netz haben mit Spannung deine Route, Wir fahren die nächste Woche in den Iran rein, doch schon früher als geplant. Wir wünschen dir alles Liebe, weiterhin gute Fahrt, von den Kleinen auch liebe Grüsse. Marion und Patrik