Wasserüberschuss
· Stephan
Unsere erste Nacht auf diesem kontinent ist um. Und es ist kalt und feucht. Zügig packen wir unsere Sachen und machen uns auf zum ersten mal “Tanken in Afrika”. Nicht jede Zapfseule ist hier mit Buchstaben unseres europäischen Alphabetes beschriftet. Aber günstiger wird es.
Der Regen begleitet uns bis zu unserer ersten Pause. Diese ist aber nicht freiwillig. 1,5 Stunden stehen wir knappe 50 Meter von der Straßensperrung entfernt. In der Ferne, am ende der im Moment leeren Strasse können wir einen Schwerlastkrahn sehen. Es ist wohl ein LKW in den Graben gestürzt. Also schauen wir uns solange die Einheimischen an die mit uns zusammen warten müssen. Und sie schauen uns an!
Endlich geht es weiter. Jeder, wirklich jeder, ob Bus, Taxi, LKW oder sonst irgendeine Art von Gefährt will erster sein. Und wir mitten drin. Wir geben dem Bus die Sporen.
Wir folgen der Landstraße bis nach Keitra. Ab dort nehmen wir die Autobahn um die verlorene Zeit wieder einzuholen. An Rabat düsen wir in Richtung Casablanca vorbei. Dieses sehen wir leider auch nicht, da das Wetter weiterhin schlecht ist und wir vorher Richtung Süden nach Marakech abbiegen. Immer wieder sehen wir größere Wasserflächen und die Bäche und Flüsse führen gut Wasser. So viel wie in den letzten Wochen hat es schon lange in dieser Gegend nicht mehr geregnet. Alles ist satt grün. Auf den nächsten 150 km werden wir immer wieder nach der Autobahn ausschau halten. Auf unserer Karte ist der Bau einer Autobahn östlich der alten Landstraße geplant. 80 Kilometer vor Marakech finden wir sie dann zufällig - wir hatten es schon aufgegeben. Sie ist westlich der Landstraße. Nur nehmen wir die letzten Kilometer zum Tagesziel mit allem was der Bus hergiebt in Angriff. Und das Wetter wird besser. Wir geniessen die weite der Landschaft und nutzen die Chance um einige Fotos zu machen. Kurz vor Marakech dem “Tor zum Süden” endet die Autobahn und führt uns fast bis zu unserem Campingplatz. Hinter Marakech können wir schon die schneebedeckten Gipfel des hohen Atlas erkennen. Es ist wieder ein großes “Hallo”, aber das wird bestimmt nicht mehr weniger ;-)