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Im Land der Götter

· Stephan

Nun ist es schön über eine Woche seit meinem letztem Eintrag her. Inzwischen habe ich Serbien und Bulgarien hinter mit gelassen.
Nach dem Aufenthalt in Belgrad folgte ich weiter dem Lauf der Donau. Mein Ziel waren die Donauschluchten im Grenzgebiet zwischen Serbien und Rumänien. Auf vielen Kilometern stellt die Donau hier die natürliche Grenze da. Ganz im Osten Serbiens durchfließt sie tief eingeschnittene Täler, die letzten Ausläufer der Karpaten. Diese Schluchten sind die größten ihrer Art in Europa. Unterwegs treffe ich auf 2 Köhler die hier noch ihrem, bei uns ehr vergessenem, Handwerk nach gehen. Leider ist es den ganzen Tag bedeckt und es fallen auch immer mal wieder Regentropen vom Himmel.Eine Unterkunft zum Übernachten finde ich in Negotin, einer kleinen Grenzstadt. Mein Motorrad darf ich über Nacht einfach in die Eingangshalle des Hotel/Hochhauses stellen.
Der nächste Morgen überrascht mich mit einer strahlenden Sonne und einem unerwartet deftigen Frühstück. Es gibt wieder 4 Spiegeleuer mit gebratener Schinkenwurst, trockenem Brot und Instantkaffee. Das ganze wird serviert in der Veranstaltungshalle des Ortes. Ganz alleine sitze ich zwischen mindestens 100 Tischen. Nun geht’s zur Grenze. Willkommen in Bulgarien. In Ermangelung von genauerem Kartenmaterial bleibe ich auf den Bundesstraßen. Aber auch davon gibt es nicht so viele.  Irgendwann finde ich ein Hinweisschild auf eine Höhle und folge diesem einfach. Nun werden die Straßen interessanter. Von der Höhle aus finde ich zufällig zu den “Rocks of Belogradchik”. Erst später erfahre ich das die einer der touristischen Höhepunkte Bulgariens ist. Deshalb die Reisebusse! Weiter geht es über herrliche Landstraßen durch eines der vielen Gebirge Bulgariens. Mein Nachtlager finde ich in Berkovica, der nördlichen Anfahrt zu einem Pass. Hier gelingt es mir auch an einer Tankstelle eine Straßenkarte von Bulgarien zu erstehen. Zum Preis von 1 Euro!
Der Morgen des 20 Septembers führt über einen Pass, seit Österreich das erste mal wieder auf über 1000 Meter. Die Sicht beträgt ca. 50m. Am Gipfel kommen mir 4 Reiseenduros so schnell entgegengeflogen, das ich ihre Kennzeichen nicht erkennen kann. Auf der anderen Seite ist kein Nebel. Daher das hohe Tempo. Es geht weiter Richtung Sofia. Eigentlich soll es zum Rila-Kloster gehen. In Sofia sind viele Motorräder auf den Straßen. Alle scheinen ein Ziel zu haben, oder von dort zu kommen. Ich folge und erklimme in Sepentinen den Hausberg von Sofia. Auf knapp 1400 Metern des Rätsels Lösung. Hier findet ein Biker-Festival statt. Eine halbe Stunde nach Ankunft, es ist 12 Uhr Mittags, steht fest das ich heute hier bleibe. Mit zu vielen Leuten musste ich schon anstoßen. Fahren unmöglich. Ein großer kräftiger Typ namens Dancho führt mich rum und stellt mich überall vor. Später finde ich heraus, das Dancho der Präsident eines bulgarischen Motorradclubs ist. In meiner hellen Synthetik-Kluft falle ich auf wie ein Paradiesvogel. Man trägt schwarzes Leder. Die Nacht wird lang. Ich wußte gar nicht was man so alles trinken kann. Damit würde ich zuhause vielleicht Pinsel sauber machen, aber nicht trinken.
Die Abreise am nächsten Tag zieht sich bis zum Mittag hin. Die meisten Biker liegen noch in den Zelten. Es war eine kalte Nacht. Alles ist feucht. Heute schaffe ich es aber dann doch zum Rila-Kloster. Ein beindruckender Ort. Es wird wieder eine kalte Nacht auf 1200 Metern und morgens um 6.00 Uhr ist das Morgengebet. Leider wohl nur für Touristen. Die meisten Mönche scheinen noch im Bett zu liegen.
Denn ganzen Tag über folge ich wunderschönen Land- und Bergstraßen durch Bulgarien, doch mich zieht es in wärmere Gefilde. Am frühen Nachmittag erreichen ich die bulgarisch-griechische Grenze. Am Abend schlage ich das erste mal mein Zelt am Mittelmeer in Kavala auf. Die Saison ist auch hier vorbei. Der Campingplatz wird nur von 4 oder 5 Durchreisenden bevölkert.
Am nächsten Morgen zieht es mich weiter nach Alexandroupolis. Unterwegs mache ich einen Abstecher zu Nesto-Schlucht, da sie lobend im meiner ADAC-Karte erwähnt wird. Der Verfasser muß aus dieser Gegend kommen und sein Land lieben. Ich kann nichts besonderes an der einen Felswand finden. Gnadenlose Überschätzung ;-)
Die folgenden eineinhalb Tage verbringe ich mit Marcus und seinen Kumpels Alex, Andreas und Tobias, die bei Verwandten von Alex in Alexandroupolis einen Kurzurlaub machen. Schön mal wieder viel deutsch reden zu können.
Nun werde ich wahrscheinlich noch bis Montag hier bleiben und ein bisschen ausspannen und Kleidung waschen. Habe einen Buchladen gefunden der eine detaillierte Karte der Türkei hatte und das Motorrad war zu fälligen Inspektion bei einem Yamahahändler. Morgen werde ich dann wohl nach Ferres fahren und mein Paket mit Reifen und dem Pass mit dem Visa für Syrien abholen. Leider hat Griechenland in dieser Gegend nicht so viel von seiner Geschichte zu zeigen. Somit kann ich mir dann viel Zeit in der Türkei nehmen um das Land zu erkunden.
Natürlich habe ich auch wieder Bilder hochgeladen und die Route aktualisiert.